Mexiko wurde im Zuge einer Völkerwanderung, die hauptsächlich den Nord- und Südkontinent Amerikas erfasste, über die zeitweilig zugefrorene Beringstraße, aus der riesigen Landmasse Asiens heraus besiedelt. Die durch den grandiosen Irrtum der sogenannten Entdeckung eines drittklassigen Seefahrers und ersten Sklavenhalters der „Neuen Welt“ gegebene Name ‚West-Indien‘ mit einem sagenhaften Goldschatz, brachte Tod und Vernichtung über eine Hochkultur mit der unabhängigen Entwicklung einer Mathematik mit Stellenwertsystem und dem Zahlenwert Null! Eine darauf entwickelte Astronomie mit Planetenbewegungen, Mondzyklen und Sternbedeckungen diente zur Bestimmung von Aussaat und Ernte. Die Eroberung durch den gottlosen, frauenlosen Mob und Auswurf hispanischer Städte brachte Tod und Verderben über ein Kulturvolk, den Spaniern weit überlegen! Eine Frauengestalt, erst spät in ihrer tragischen Rolle gewürdigt, Malinche oder Malintzin, die als Übersetzerin dem Konquistador Cortez zur Seite stand und von ihm ein Kind empfing, auf höherer Ebene des Machtgefälles den Beginn der Mestizache markierend, mit den Nachkommen indianisch-spanischer Herkunft, durch Zwangsheiraten oder Vergewaltigungen, wehe den Besiegten, eine Facette des Leidens der indianischen Urbevölkerung darstellt. Ein Halbkontinent mit einer fast einheitlichen Sprache und Religion des Eroberers, aber derart zerstritten, hat endlich mit Mercosur zu einem gemeinsamen Markt gefunden, vergleichbar dem in Europa. Wie México sich der kolonialen Zwangsgeschichte entledigte, ist immer wieder das Hauptanliegen in ‚Der Malinche und andrer Leute Kinder‘! Das Andauern wesentlicher Strukturen und Denkweisen eines zunehmenden Bevölkerungsanteils im kolonialen ‘Nueva España’, der Kreolen, deren Anwachsen und Benachteiligung, in der bedeutendsten Kolonie aber nicht in Spanien, dem ‘Stiefmutterland’, geboren zu sein, führt schließlich zur Befreiung vom spanischen Joch, erweist sich aber als ein fatales Hindernis, einer dynamischen, alle kulturellen und historischen Bestimmungstücke berücksichtigenden Bewusstseinsbildung der postrevolutionären mexikanischen Gesellschaft. Mit Benito Juárez wird die Erirnerung an die indianische Urmutter, ihrer großartigen Vergangenheit, verdrängt und für die Republik Mexiko im Kampf gegen Caudillismo, Caciquismo und die Dominanz der katholischen Kirche in die Waagschale geworfen. Geschichte als Istzustand und weniger als Prozess. Das Festhalten an von den Eroberern verfügten Fluss-, Orts- und Flurnamen.
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