„Wie soll ich das sonst machen: Im Pelzmantel?" Es ist Januar 2010. Der Autor steht nackt in den Kulissen des Theaters am Die Haut als Argument ist eine theaterhistorische und Nils Stickan liest die Geschichte der Entblößung auf der Bühne als Der Essay schließt mit einer Gegenwartsdiagnose: Je etablierter Nacktheit Für alle, die über Theater nachdenken — als Machende, als
Johann Kresnik, kurz vor der Premiere von Felix Nussbaum, Osnabrück 2010
Domhof — als einer von zwanzig Laien, die der Choreograf Johann Kresnik für
seine Inszenierung über den ermordeten Maler Felix Nussbaum rekrutiert hat.
Was er in jener Nacht am eigenen Körper erlebt, wird zum Ausgangspunkt eines
Essays, der fünfzehn Jahre später geschrieben wird.
ästhetische Untersuchung der Bühnennacktheit — von den Tanzskandalen der
Weimarer Republik bis zur Gegenwart. Der Essay fragt nicht, ob Nacktheit auf
der Bühne erlaubt oder angemessen ist. Er fragt, wann sie notwendig
ist. Und wann sie lügt.
Geschichte von Schutz und Schutzlosigkeit: Anita Berbers Selbstauflösung im
Berliner Nachtleben der 1920er Jahre. Das Living Theatre, das 1968 in Brooklyn
verhaftet wird, weil es Nacktheit zum politischen Akt erklärt. Den Wiener
Aktionismus, der jede ästhetische Distanz verweigert. Grotowskis via negativa.
Romeo Castelluccis Bühnenbilder, in denen der versehrte, sterbliche Körper
zum theologischen Zeichen wird.
als Theatermittel ist, desto weniger wirkt sie. Nacktheit auf der Bühne
wirkt dann, wenn sie noch etwas kostet.
Zuschauende, als Lesende.
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